Am kommenden Montag wagt TNA den großen Schritt und wird wöchentlich gegen WWEs RAW senden. Ich muss zugeben, dass der Zeitpunkt (8. März) mich überrascht hat. Dass TNA diesen Schritt wagen würde, war mir ja klar, aber dass man dies so schnell durchzieht, scheint mir sehr risikofreudig.
So kurz vor Wrestlemania gegen WWE punkten zu wollen, wird nicht einfach. Fast schon traditionell hat WWE vor dem wichtigsten PPV des Jahres seine Hochphase, in der sich die Show auf den Aufbau des PPVs konzentriert. Die Quoten, aber auch die Qualität der Shows sprechen eine klare Sprache: in diesen Wochen ist WWE am stärksten. Und gegen dieses starke Produkt will TNA head-to-head gehen?
Ich hätte erwartet, dass TNA ein oder zwei Monate nach Wrestlemania das Duell sucht, wenn der Wrestlemania-Schwung abgeklungen ist und WWE wieder im lahmen Trott der letzten Jahre ist. Eine Schwächephase des "Gegners" hätte vielleicht einen einfacheren Einstieg in den permanenten Montagskrieg zur Folge.
Aber gut..
Schwer genug wird es TNA haben. Schon am 8. März will man mit einem Megaknaller wie einem Tag-Team-Match mit Hulk Hogan und Ric Flair die Zuschauer für sich gewinnen. Dass dieses Match eigentlich in einen PPV gehört, wenn man daraus Gewinne ziehen will, ist eigentlich klar. Schon zu WCW-Zeiten machte das Team um Bischoff ähnliche große Zugeständnisse für gute Quoten am Montag. Damals gab man z.B. das Match zwischen dem ungeschlagenen Goldberg und Hulk Hogan an einem beliebigen Montag (den man allerdings quotentechnisch gewinnen konnte) her, anstatt ein großes PPV-Match draus zu machen. Es scheint, TNA ist bereit, die Fehler der WCW für kurzfristige Erfolge zu wiederholen.
Am 4. Januar konnte man ja sehen, wie man bei TNA tickt. In einer großen Popcorn-Show wurden viele Debütanten und Rückkehrer gebracht, die teilweise danach nicht mehr zu sehen waren (Jeff Hardy, Sting). Sicherlich wird man am Montag wieder die ein oder andere Personalie zu bieten haben. Neben Jeff Hardy könnte ich mir Rob Van Dam als Überraschung für die Fans vorstellen. Am 4. Januar hat diese bunte Mischung eine gute Quote gebracht. Danach allerdings kamen Standard-Shows, die quotentechnisch langsam absanken und sich zwar in guten, aber nicht überragenden Regionen einpendelten.
Dummerweise wird es nicht möglich sein, jede Woche ein bunte Mischung mit frischer Starpower zu bieten. Vielmehr wird man ziemlich schnell dazu kommen müssen, "Standard-Shows" abzuliefern, denn man kann nicht alle PPV-Matches bei Impact zeigen und auch nicht jede Woche Stars debütieren lassen. Und wie gesagt: das alles vor dem Hintergrund, dass das WWE-Produkt momentan sehr stark ist.
Ich wünsche TNA alles erdenklich Gute, aber der Schritt in den regelmäßigen Montagskrieg kommt in meinen Augen zu früh.
Alles Gute endet irgendwann. WWE Inc. hat in diesen Tagen das Ende zweier Institutionen verkündet: die ECW wird ebenso wie die Survivor Series bald der Vergangenheit angehören.
Im Fall der ECW ist das Ende nur konsequent. Schon die Wiedereinführung des Namens als dritten Brand war recht zweifelhaft, auch wenn man mit Paul Heyman als kreativen Kopf sicherlich die Chance hatte, sich als legitimer Nachfolger der Original-ECW zu etablieren. Das war aber ein Spaß, der nur von kurzer Dauer war. Zuletzt hatte das Produkt nicht mehr viel mit der alten ECW gemeinsam. Personell ist es ja verständlich, dass ein Jahrzehnt nach dem Ende der unabhängigen ECW keine bekannten Gesichter mehr aktiv dabei sind, macht aber auch eine Identifikation schwerer. Aber auch inhaltlich hat sich das Produkt gewandelt. Die ursprüngliche ECW war ein guter Mittler zwischen Indies und Mainstream und brachte "Hardcore" und innovative Geschichten zu den Fans. Inzwischen aber war die WWE-ECW ein Hort für Nachwuchswrestler und alte Haudegen, für die man sonst keine Verwendung hatte. Da erscheint es nur konsequent, den Namen ECW aufzugeben und den Nachwuchsgedanken in den Vordergrund zu rücken. Deshalb weine ich der WWE-Version der ECW keine Träne nach und bin gespannt auf das Nachwuchsprogramm, welches anstelle des alten Namens läuft.
Das zweite Opfer heißt "Survivor Series". Das trifft mich mehr, da ich diesen PPV und seinen ursprünglichen Gedanken der Elimation-Tag-Team-Matches sehr mag. Anfänglich war der PPV auch für die Schreiber ein guter Weg, Fehden zu kreuzen, um so Anschluß- und Nebenfehden zu generieren. Mit der steigenden Zahl der PPVs war dies nicht mehr notwendig, was sich auch darin äußerte, dass die klassischen Survivor-Series-Matches immer weniger wurden. Daher ist es schade, aber leider auch konsequent, dass die Survivor Series am Ende ist.
Wie sieht es bei euch aus? Trauert ihr um die ECW oder die Survivor Series?
Der Royal Rumble ist vorbei und hat mit Edge einen überraschenden Sieger gefunden.
Positiv daran ist, dass WWE Inc. mit diesem Ergebnis die Zuschauer und auch die Smart Marks wirklich überraschen konnte. Nach den ganzen Andeutungen, die in Richtung Shawn Michaels oder Triple H (auf den ich gesetzt hätten) gingen, war der Rated R Superstar eine gute Abwechslung. Edge hat es sich im Laufe seiner Karriere auch durchaus verdient. Er ist inzwischen ein echter Main Eventer, der innerhalb und außerhalb des Rings sehr zu unterhalten weiß.
Was mir nicht gefallen hat, ist die Tatsache, dass es das Szenario des plötzlich zurückkehrenden Wrestlers beim Rumble inklusive Sieg erst 2008 mit John Cena gab. So besonders kreativ war diese Idee nicht, zumal sie ein wenig das besondere an dieser Konstellation untergräbt.
Was die Zeit zeigen muss, ist die Frage nach der Verletzungsanfälligkeit von Edge. Ein Rumble-Gewinn zieht ja häufig nicht nur eine besondere Rolle bei der darauffolgenden Wrestlemania nach sich, sondern bedeutet idealerweise auch mehrere Monate und PPVs im Main Event. Leider hatte Edge in der Vergangenheit schon viele Ausfallzeiten wegen kleinerer und größerer Verletzungen, so dass ich sehr gespannt bin, ob Edge in der Lage ist, den Rumble-Sieg voll auszunutzen.
Soweit meine Sicht auf den Sieger des Royal Rumble. Wie steht ihr zu diesem überraschenden Ergebnis?
Habe ich noch im Nachhinein TNA als knappen Sieger des Montagskriegs am 4. Januar gesehen, hat man inzwischen in Orlando alles getan, diesem Eindruck entgegenzutreten. Ich weiß nicht, ob Hogan, Bischoff und Russo etwas aus der Vergangenheit gelernt haben, aber die Zahl der Fehler ist schon besorgniserrgend.
Wenn man bedenkt, welches Potential bei TNA liegt, ist es bitter zu sehen, dass Bischoff und Hogan soviel so schnell vor die Wand fahren.
Erinnert sich noch jemand, wie Vince McMahon die Rückkehr der nWo 2001/2 ankündigte? "I am gonna inject poison". Man könnte meinen, dieses Gift in Form von Hogan hätte er nach der WCW auch TNA verabreicht.
Während es bei RAW eher "business as usual" gab, bleibt man bei TNA mit offenem Mund vor dem PC sitzen. Nicht nur aus Begeisterung, aber dazu mehr..
Der Herausforderer im Montagskrieg fuhr scharfe Geschütze auf: Hulk Hogan gab sein TNA-Debüt. Machen wir uns nichts vor: der alte Mann ist hinischtlich seiner Mainstreamwirkung immer noch unübertroffen. Die respektable Quote von 1.5 zeigt dies durchaus.
Aber nicht nur Hogan war als Attraktion zu bewundern. Neben Hogan brachte TNA mit Jeff Hardy, Ric Flair, Orlando Jordan, Scott Hall, Sean Waltman, den Nasty Boys, Val Venis, Shannon Moore, Eric Bischoff und dem Rückkehrer Sting viele weitere altbekannte Gesichter (zurück) ins Fernsehen. Die Starpower von Impact ist damit unbestritten, da ja mit Mick Foley, Kevin Nash, Kurt Angle und Jeff Jarrett noch weitere große Namen des Wrestlings zu bewundern waren.
Doch hat all das auch seinen Nachteil: nicht nur, dass man sich personell und inhaltlich an die WCW erinnert fühlt, nein, man verschießt sein Pulver, das für mehrere Monate ausreicht, an einem Abend. Die Rückkehr von Jeff Hardy, Ric Flairs Auftritt, die Wiedervereinigung der nWo und Stings TV-Rückkehr sind Main-Event-Geschichten, die der Höhepunkt eines PPVs oder einer Impact-Sendung sein sollten. Diese Momente so schnell herzugeben für einen einzigen erfolgreichen Abend hat auch schon der WCW sehr geschadet. Besonders an Ric Flair sieht man, wieviel man verschenkt hat. Nicht mal eine Promo durfte der Nature Boy halten..
Positiv fiel das Wrestling auf. Okay, ein Cagematch sollte ein sauberes Ende haben, aber Styles vs. Angle und das Damenwrestling machten klar, welche Stärke TNA gegenüber der Konkurrenz auffahren kann. Jetzt mag man die obere Kritik aufnehmen und bemerken, dass man mit Styles vs. Angle ein PPV-Match kostenlos herausgegeben hat, aber wir wollen mal nicht zu kleinlich sein. Im Ring hat TNA in meinen Augen das bessere Produkt vorzuweisen, da auch die Talentbreite bis jetzt deutlich besser war.
Ob die bisherigen Talente von TNA aber eine Chance bekommen werden, ihre Stärke einzubringen, wage ich zu bezweifeln. Zwölf neue On-Air-Charaktere, von denen vier (Hardy, Hogan, Flair, Sting) absolute Main-Eventer sind, benötigen halt TV-Zeit, die an anderer Stelle eingespart werden muss. Und da wird es langsam problematisch..
Ich verstehe ja durchaus, dass man Hall und Waltman verpflichtet, Hardy und Flair sind sowieso ein gutes Investment, aber warum Orlando Jordan, Val Venis oder die Nasty Boys zu TNA geholt wurden, bleibt mir ein Rätsel. Gerade in der Midcard ist TNA gut aufgestellt, da braucht es diese Herren eigentlich nicht. Komisch, dass die vier Wrestler gerade mit Hogan durch Australien tourten. Diese Vetternwirtschaft hat schon zu WCW-Zeiten Geld und Ratings gekostet.
Hall, Nash, Waltman, Hogan und Bischoff - diese fünf Herren hatten das meistgesehene Segment der Show. Dies wird sicherlich zum Anlass genommen, die nWo-Reunion weiter voranzutreiben, doch frage ich mich wirklich, wieviele Menschen dies 2010 wirklich sehen wollen. Kevin Nashs Gang zum Ring offenbarte die großen gesundheitlichen Probleme, die der Ex-Diesel hat. Scott Hall sah zwar schon mal schlechter aus, aber er wirkte immer noch aufgequollen. Und Waltman wirkte irgendwie deplatziert.
Und dann war da noch die Promo von Eric Bischoff, der versprach, alles von oben nach unten zu drehen und dabei ein Produktionsskript zerrieß. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich mag es nicht, wenn in Wrestlingpromos offenbart wird, dass alles nur Show und Produktion ist. Dieses Pseudo-Shooten ist ein Stilmittel, das Vince Russo viel zu häufig angewandt hat und das meiner Meinung nach die Magie aus den Shows nimmt. Ich weiß, dass Wrestling Show ist und dass alles abgesprochen ist, aber ich möchte das nicht ständig unter die Nase gerieben bekommen. Bischoffs Promo war leider nicht der einzige Teil der Show, in dem dieser Vorhang gelüftet wurde. Viel zu viele Insiderandeutungen und Keyfabe-Brüche haben auch schon in der WCW keine gute Wirkung hinterlassen.
So bleibt am Ende eine seltsame Show. Auf der einen Seite hat TNA massenhaft Stars aufgefahren und tolles Wrestling angeboten, so dass man den Zuschauer durchaus begeistern konnte. Auf der anderen Seite ist es erschreckend, wie dieselben Fehler wie in der WCW gemacht werden.
Der Zuschauer bleibt durchaus mit dem Interesse für die weitere Entwicklung von TNA zurück, zumal ja doch einige Storylines begonnen wurden und das Wrestling überzeugen konnte. Allerdings dürfte dem Interesse auch eine gewisse Ernüchterung folgen, denn ein solches Feuerwerk kann TNA nicht noch einmal abbrennen, schließlich hat man einiges an Pulver verschossen.
Allerdings hat die gebotene Show in meinen Augen ausgereicht, um im Montagskrieg einen kleinen Punktsieg davonzutragen.
Der lang erwartete Montag ist vorbei, die beiden Shows sind Vergangenheit und es wird Zeit, ein Fazit dieses Abends zu ziehen. Um diesen Artikel nicht zu umfangreich zu gestalten, betrachte ich beide Shows in separaten Artikeln. Den Anfang macht der Platzhirsch WWE Inc. mit seiner Montagssendung "RAW".
Um das Fazit vorwegzunehmen: RAW war .. belanglos.
Während die Kollegen bei TNA sich wirklich alle Mühe gaben, besondere Aufmerksamkeit auf ihr Produkt zu lenken, hatte RAW nur eine besondere Attraktion: Bret "The Hitman" Hart.
Bret Hart war über zwölf Jahre nicht Teil der regelmäßigen WWE-Shows, er schied damals im Unfrieden aus der Promotion: es wäre also alles für eine bombastische Storyline bereit gewesen. Aber daraus gemacht hat man leider nicht viel..
Der Einzug des Hitmans war einer dieser gut inszenierten Gänsehautmomente. Solche Dinge beherrscht WWE Inc. wie wohl kaum eine andere Organisation im Showgeschäft. Aber schon Harts erste Promo überzeugte mich nicht besonders. Bret Hart war in seiner ganzen Karriere ein bestenfalls überdurchschnittlicher, aber kein herausragender Redner. Ihm aber eine Rede zu schreiben, mit der Bret Hart sich nicht identifzieren kann, war sicherlich der erste Rohrkrepierer. Achtet mal in den Wiederholungen auf Bret Harts Gesicht, wenn er das erste Mal "WWE Universe" sagt. Die Geschichte vom altersmilden Hitman, der seinen ehemaligen Feinden Versöhnung bringen will, mag zwar prinzipiell die richtige Idee für einen langsamen Aufbau einer Fehde sein, paßt aber in keiner Weise zu all dem, was Bret Hart in den vergangenen zwölf Jahren in der Öffentlichkeit von sich gegeben hat. Diesen Unterschied zwischen der öffentlichen Wahrnehmung der Beteiligten und der Darstellung im "WWE Universe" merkt man als Fan, was den Erfolg der Fehde gefährden könnte.
Ähnliches könnte man über das Abschlußsegment sagen, dessen Höhepunkt ein Tritt in die Kronjuwelen des Hitmans war. Hallo? Zwölf Jahre Feindschaft in der Öffentlichkeit und dann folgt ein kleines Pläuschchen mit der absehbaren Heel-Attacke durch Vince McMahon? Das soll alles gewesen sein? Ein sehr unspektakuläres Ende der lang erwarteten Rückkehr des Hitmans.
Den Rest der Show kann man getrost vergessen. Er war nicht schlecht, er war nicht gut, sondern nur ein routiniertes Herunterspulen von Matches und Segmenten ohne besondere Bedeutung.
WWE hat sich entschieden, auf die Herausforderung von TNA nicht gesondert zu reagieren. Das mußte man ja auch nicht, schließlich ist WWE seit Jahren der unbestrittene Marktführer und konnte mit Bret Hart zumindest viel Interesse ziehen. Die Quoten von RAW sind auch sehr gut, so dass man sich nicht als Verlierer fühlen muss - trotz einer sehr durchschnittlichen Show.
Stellt man aber die Frage, ob RAW Lust auf mehr gemacht hat, kann ich für meinen Teil eine klare Antwort geben: Nein.
An anderer Stelle liefere ich die Log-Auswertungen monatlich ab, hier will ich einmal auf das vergangene Jahr zurückschauen.
Mit welchen Suchanfragen die Leser auf dieses Blog gefunden haben, finde ich recht spannend. Auf diese Seite bezogen kann man ganz klar von einem Saisongeschäft sprechen: Wrestlemania überscheint alle anderen Themen bei weitem. Nicht nur in den Suchanfragen dominiert diese Großveranstaltung, auch bei den Besucherzahlen ist die Zeit um Wrestlemania die erfolgreichste.
So sehen sie also aus, die Top-10 der Suchbegriffe, die 2009 ins HeadLockBlog führten:
Ich wünsche euch allen einen guten Start ins neue Jahr. Uns Wrestlingfans wünsche ich besonders einen interessanten 4. Januar, der hoffentlich neuen Schwung ins etwas eingefahrene Geschäft bringt.
Steve Williams, dessen Spitzname "Dr. Death" war, ist kurz vor Ende des Jahres 2009 dem langen Kampf gegen den Krebs erlegen. Dem Fan des amerikanischen Mainstreamwrestlings dürften zwei Stationen seiner Karriere in Erinnerung geblieben sein. Da wäre sein Run als WCW Tag Team Champion mit dem leider auch schon verstorbenen Terry Gordy zu nennen. Und da wären seine Auftritte bei der damaligen WWF zu erwähnen, wo er entgegen aller Erwartungen das Brawl-for-all-Turnier NICHT gewinnen konnte, um dann als Kabuki völlig falsch eingesetzt zu werden. In Japan hingegen hatte er eine sehr beachtete Karriere.
Ich muss ehrlich zugeben, dass mir gerade einige unfeine Wortspiele auf der Zunge liegen. Schlauerweise haben manche Newsseiten wahrscheinlich deshalb den in diesem Zusammenhang unpassenden Spitznamen von Steve Williams nicht erwähnt.
Am 4. Januar gibt es eine vorerst einmalige Neuauflage des "Monday Night War". Zumindest, wenn es nach den Wünschen der TNA-Offiziellen geht, die für diesen Tag ein dreistündiges Live-Impact in den Ring werfen, dessen Hauptattraktion das On-Air-Debüt des Godfathers of Wrestling, Hulk Hogan, ist.
Gleichzeitig gibt es viele Gerüchte, wer neben dem Hulkster sein Debüt im sechseckigen Ring geben wird (, sofern dieser nicht der kreativen Macht des Hulksters zum Opfer fällt). Ric Flair gilt nach seiner Hulkamania-Tour als ziemlich sicherer Kandidat, Rob Van Dam wird auch heiß gehandelt. Dazu läßt der Gewinn eines Tag-Team-Titleshots durch Kevin Nash die Spekulation sprießen, dass Scott Hall und/oder Sean Waltman ihre Rückkehr zu TNA feiern könnten.
Betrachten wir es realistisch: Ric Flair ist ein alter Mann, der nur noch für einen schönen Abschied von Sting seine Berechtigung hätte. Rob Van Dam wäre nur ein weiterer ehemaliger WWE-Midcarder, der bei TNA in den Main Event gepusht würde. Scott Hall ist leider nur noch ein Schatten, ein armer, kranker Mann, der in der Vergangenheit viel verbrannte Erde hinterlassen hat. Und Sean Waltman? Naja, X-Pac-Heat ist ein geflügeltes Wort geworden. Und sollte jemand auf die Idee kommen, die nWo oder die "Kings of Wrestling" neu beleben zu wollen - wir schreiben bald das Jahr 2010..
Ich bin mir sicher, dass WWE Inc. das Treiben bei TNA mit ausreichender Gelassenheit sieht. Klar: Hulk Hogan hat einen großen Namen und es ist als sicher anzunehmen, dass er zumindest kurzfristig einen kleinen Rating-Boost für TNA schafft, aber auf lange Sicht muss TNA mehr als ein paar Namen zu bieten haben. Und da sieht es halt schlecht aus, schließlich sind mit Eric Bischoff, Vince Russo, Kevin Nash und Hulk Hogan gleich vier gewichtige Gründe für den Niedergang der WCW bei TNA versammelt. Das läßt nicht gerade hoffen. Zudem sind die Storyline-Ideen für Hogan, die man im Internet so liest, nicht gerade die Offenbarung: eine Neuauflage von "New Blood" vs. "Millionaire´s Club" ist nicht gerade die geniale Idee.
Und um ganz sicher zu gehen, dass es am 4. Januar keine böse Überraschung gibt, scheint WWE Inc. auch noch einige Pfeile im Köcher zu haben. Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft, sei sie auch noch so schwach. Schon lange schwirrt im Internet das Gerücht, The Rock könnte die RAW-Ausgabe am 4. Januar als Guest Host leiten. Das scheint zwar eher unwahrscheinlich, aber das würde sicherlich TNA einiges an Wind aus den Segeln nehmen.
Ein weiterer Pfeil auf der Sehne des WWE-Bogens scheint kein geringerer als Bret "The Hitman" Hart zu sein. So verdichten sich die Gerüchte, dass der Kanadier einen Vier-Monats-Vertrag mit WWE Inc. unterschrieben hat, beginnend just am Tag des neuerlichen Montagskrieg. Wenn das stimmt, hätte WWE Inc. eine kaum zu schlagende Geldmaschine an der Hand. Wenn Vince McMahon und Bret Hart ihre Egos und ihre Differenzen tatsächlich beiseite schieben könnten und eine On-Air-Fehde vor dem realen Hintergrund des Montreal-Screw-Jobs starten würden, die in irgendeiner Form von Wrestlemania-Event gipfelt, könnte wir gleich zu Beginn des Jahres die Fehde des Jahres sehen. Da sind zwar viele Konjunktive drin, aber als Wrestlingfan hoffe ich doch sehr darauf.
Sollten also The Rock und/oder Bret Hart tatsächlich am 4. Januar die Waffen der WWE sein, dürfte es schwer werden, überhaupt von einem Montagskrieg zu sprechen. Für Vince McMahon hieße die Quotenanalyse am Tag danach "Spaß am Dienstag". Andererseits setze ich als Fan doch ein wenig Hoffnung in diesen Montag. Auch wenn ich skeptisch bin, so gönne ich TNA den Erfolg. Und sei es nur, dass es für mehr Wettbewerb um uns Zuschauer sorgt. Denn wir Fans wären gerne wieder die großen Gewinner der Montagskriege.
In der Nacht zu Samstag verstarb etwas überraschend Edward Fatu, der zuletzt als "Umaga" den Ring unsicher macht. Zwei Herzinfarkte setzten dem Leben des 36-jährigen Wrestlers ein jähes Ende.
Umaga schaffte es Mitte des Jahres hier auf diese Seiten, als er nach seiner Weigerung, ein Reha-Programm zu besuchen, von seinem damaligen Arbeitgeber WWE Inc. entlassen wurde.
Wie man nun liest, hatte Edward Fatu zuletzt ernsthafte Drogenprobleme, die sich wohl auch auf seine Arbeitsleistung auswirkten. Jetzt kann man spekulieren, welche Zusammenhänge es da zu seinem Ableben gibt, aber das ist vielleicht zu früh.
Bedauerlichweise wird auch dieser Tod eines Midcarders nicht zu einem Umdenken hinter den Kulissen führen. Solange Drogen- und Medikamentenmißbrauch ganz offensichtlich von ganz oben geduldet werden, werde ich wohl immer mal wieder über solch bedauerliche Fälle schreiben müssen.